Milas
Milas (in der Antike Mylasa) ist eine Stadt in der Provinz Muğla (südwestliche Türkei) an der Hauptstraße von Izmir nach Bodrum, 20 km vom Flughafen Bodrum entfernt.
Geschichte
Das antike Mylasa war eine der wichtigsten Städte im Inland von Karien.
Es gehörte im 5. Jahrhundert v. Chr. kurzzeitig zum Attischen Seebund und war im 4.
Jahrhundert Sitz der karischen Herrscher aus der Dynastie der Hekatomniden, bevor Mausolos seinen Sitz um 360 v. Chr. nach Halikarnassos, heute Bodrum, verlegte.
In hellenistischer Zeit gehörte Mylasa nacheinander zu verschiedenen Reichen.
Während des Einfalls der Parther 40 v. Chr. wurde es schwer verwüstet und hatte während der römischen Kaiserzeit keine große Bedeutung mehr, auch wenn es in der Spätantike Sitz eines christlichen Bischofs wurde. Milas war die Hauptstadt des Beylik der Mentesche.

Sind Sie auf dem Weg nach Bodrum, können Sie in Milas, einem Ort des Kommens und Gehens, eine Pause einlegen und diese in der antiken Epoche wichtige Stadt besichtigen. Milas ist mit seinem Stadtzentrum, seinen Ruinen aus der Antike, seinen historischen Milas-Häusern und seiner regelmäßigen Anordnung eine schöne Kreisstadt. Auch ihre Umgebung ist reich an historischen Schätzen und in der Geschichte wurden in diesem Gebiet 27 große und kleine Städte gegründet. Neben den Häusern aus dem 19. Jahrhundert ist Milas auch für seine Teppichknüpferei berühmt.
Stadtrundgang
Den Stadtrundgang sollte man in dem Viertel Hisarbaşı beginnen, in dem sich über einem Podium im Osten des Berges Hisarbaşı der Zeus Karios-Tempel befindet. Die einzige Säule des Tempels, die ein korinthisches Kapitell hat, ist gut erhalten. Die einzige Ruine der alten Stadtmauer, die bis heute überdauert hat, ist ein runder Torbogen, den man in der Region als "Baltalı" (Axt) -Tor kennt. Das Tor wird auf das erste Jahrhundert v.Chr. datiert. Weil auf dem Verschlußstein des Tores eine Axt von beiden Seiten abgebildet ist, ist das Tor in der Region unter dem Namen "Axt-Tor" bekannt.
Das Gümüşkesen-Monument wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. gebaut und ist ein gut erhaltenes Grabmal, das man als kleineres Modell des in Bodrum stehenden Mausoleums bezeichnen könnte. Das Grabmal finden Sie in dem Stadtviertel Gümüşlük an den Ausläufern des Berges Sodra.
Es steht auf einem hohen Sockel und sein Dach ist stufenförmig angelegt. Ein Äquadukt mit zwei Bögen erstreckt sich in einem Tal im Osten von Milas und stammt aus der byzantinischen Zeit. Bei dem Bau des Äquadukts wurden auch zugehauene Steine aus der antiken Epoche verwendet.
Im Stadtzentrum hingegen steht die Firuz Ağa-Moschee, das wichtigste Werk aus der Zeit der Grafschaft der Menteşeoğulları.
Bauwerke aus der osmanischen Epoche sind folgende: das Geschäftshaus Çöllüoğlu Han, das in den Jahren 1719 – 20 erbaut wurde, ist im Stadtviertel Hisarbaşı zu finden; die Ulu-Moschee ist die größte Moschee in Milas, die 1378 entstand und in dem Viertel Hocabedrettin steht; die Mauern der Belen-Moschee bestehen aus einem Gemisch von Ziegelsteinen und Stein, wobei auch Teile von Bauwerken aus der Antike verwendet wurden. Die Belen-Moschee, die auf das 14. Jahrhundert datiert wird, befindet sich auf dem Hisarbaşı-Berg; die Ağa-Moschee dagegen können Sie im Stadtviertel Haciapti finden und die Kurşunlu (Firuzbey)-Moschee in dem Viertel Firuzpaşa.
Darüber hinaus führen zwei Brücken aus der osmanischen Zeit über den Fluss Balovca, der durch das Stadtzentrum von Milas fließt. Eine weitere historische Brücke über den Fluss Sarıçay an der Straße nach Izmir ist hingegen am Verfallen. In dem Ort Selimiye stehen aus der osmanischen Zeit die Abdülfettah-Moschee, ein Geschäftshaus (Han) und ein Hamam.
Sehenswürdigkeiten
Die Stadt hat einen bekannten Wochenmarkt, der nicht nur Touristen einen malerischen Anblick bietet, sondern auch Quelle erstklassiger und preiswerter Olivenöle ist. (Die Umgebung ist ein einziges Olivengebiet).
Sehenswert sind neben alten türkischen Häusern, Handwerkerläden und Karawansereien zwei Moscheen aus dem 14. Jahrhundert, eine davon mit Giebelminarett (Orhan Bey Camii, 1330), ein römisches Grabmal und ein archäologisches Museum mit Stücken aus vorklassischer, klassischer, hellenistischer, römischer, byzantinischer und osmanischer Zeit.
Sehenswert in der Umgebung sind Labranda, eine alte Kultstätte in den Bergen, Euromos nahe der Straße nach Selimiye in einem Olivenhain gelegen - einer der besterhaltenen Tempel in weiter Umgebung (die Hälfte der einst 32 korinthischen Säulen stehen noch), sowie am Ostrand des Ortes auf einem Vulkankegel Peçinkale, Burg eines vorosmanischen Clans, der einst Südwestanatolien beherrschte.
Etwas weiter in Richtung Izmir liegt der Bafasee und das Latmosgebirge mit Herakleia am Latmos und anderen, nicht leicht aufzufindenden Sehenswürdigkeiten.
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