Phokäa

Foça - das antike Phokäa - liegt ca. 70 km nordwestlich von Izmir in der Nordägäis, in einer ausgesprochen reizvollen Landschaft, umgeben von Olivenhainen und Pinienwäldchen.
Foça, das bedeutet "Hahn" und "Seehund", ist eine eigentümliche Kleinstadt, die sowohl mythologisch, archäologisch, als auch geschichtlich sehr interessant ist.
Foça ist wegen seiner schönen Strände berühmt und insgesamt gehört die Bucht von Foça zu den am besten geschützten der Ägäisküste.
Saubere Badestrände und attraktive Restaurants machen den Ort zu einem anziehenden Urlaubsziel.
Die Foça vorgelagerte Inselgruppe, eines der letzten Refugien für Mönchrobben wurde 1990 unter Schutz gestellt.
Sonnenanbeter können auf den felsigen Terrassen der Sirenen- Insel ihrer Lieblingsbeschäftigung in vollendeter Weise nachgehen.

Das Einkommen der Bewohner Focas ist neben Tourismus auch die Fischerei.
Die einzige Tatsache die sich seit Jahrhunder-ten nicht geändert hat ist,
daß sie ihren Lebensunterhalt aus dem Meer beziehen. Sie sind genau wie ihre Ahnen Fischer und gläubige Menschen,
die ihre Freiheit lieben. Wegen der Reichhaltigkeit der Fischarten ist die Umgebung ziemlich wichtig. Durch die Fischer des Ortes kann man täglich die Fische,
wie Rote Meerbarbe, Rotbrasse, Goldbrasse, Meerbarsch, Meeräsche und Wittling sehr frisch und billig haben. Während die Fischer am Abend ihren Teen schlürfen,
werden die Fische, die sie gefangen haben, für die Gäste in Restaurants vorbereitet.
Die traditionelle Küche Foças enthält im allgemeinen alle Speisen,
die in West Anatolien und den ägäischen Inseln bekannt sind. Daneben sind die für Foça typischen Speisen die mit reichhaltigen Fischarten,
Meerfrüchten, Oliven, Oliven- öl, Artischocken und wilden Kräutern zubereitet werden, folgende: gegrillte Sardinen,
Fisch mit Joghurt, gefüllte Kalamaren, gefüllter Fisch, Fischsuppe, Artischocken mit Lammfleisch und gefüllte Artischocken mit Olivenöl.
Mit den Kräutern, wie gemeiner Fenchel, Kardendistel, Rettich Kraut, Brennnessel, Malve u. a. die in der Umgebung von Foça wachsen, werden leckere Salate, kaltes Buffet und Teigwaren zubereitet.
Das heutige Foça ist vom Massentouris- mus bisher verschont geblieben.
Im malerischen Hafen reiht sich ein Fisch-Restaurant an das andere.
Hier treffen sich am Wochenende vor allem Ein- heimische aus Izmir,
die dem Trubel der Großstadt entfliehen wollen und hier ihre Ferienhäuser haben.
Das typische Publikum setzt sich aus der türkischen Mittelschicht zusammen.
Lehrer, Künstler, Musiker, Ingenieure treffen sich hier.

Der alte Ort Phokäa lag auf der felsigen Halbinsel zwischen der Nord- und der Südbucht, hier stand auch der der Athena geweihte Hauptempel der Stadt.
Die Phokäer waren als hervorragende Seefahrer berühmt, trieben Handel bis zur Atlantikküste (Tartessos bei Cadiz) und gründeten zahlreiche Kolonien vom Schwarzen Meer (Amisos/Samsun) bis zum Westrand des Mittelmeers (Marseille). Wahrscheinlich waren sie es, die den Wein nach Frankreich brachten.
Die Altstadt mit den zinnbestückten Resten der mittelalterlichen Stadtmauer liegt an der Bucht Küçük Deniz, an die sich südlich die Bucht Büyük Deniz anschließt.
Die Seehunde sind seit Jahrhunderten Freunde der Fischer Foças . Die weltweit nur 300 - 400 Mittelmeerseehunde leben nur an türkischen, griechischen und nordostafrikanischen Stränden.
Ein Teil der Mittelmeerseehunde haben sich die Inseln um Foça zur Heimat gemacht.
Trotz des erhöhten Tourismus und der Fischerei benutzen sie die Höhlen und die Strände, um zu gebären,
die kleinen aufzuziehen, sich zu erholen und zu sonnen. Die auf lateinisch "Monachus Monachus" genannten Seehunde müssen öfter an Land kommen,
wobei sie von den Menschen in der Umgebung gestört werden. Sie gehören zu den 12 bedrohten Säugertierarten auf der Welt.
ANREISEMÖGLICHKEITEN
Bis zum Flughafen Izmir; entweder mit einem günstigen Taxitarif Abholung vom Flughafen oder mit dem Bus vom Busbahnhof Izmir bis nach Eski Foça. Oder mit der Autofähre von Ancona bzw. Brindisi in Italien nach Çeşme-Izmir, von dort Richtung Norden nach Foça.
KLIMA
In Foça herrscht nur Mittelmeerklima. Die Winter sind regnerisch und mild, die Sommer heiß und trocken. Foça erhält von drei Seiten die kühle Meerluft. In den Sommermonaten ist die Temperatur durchschnittlich 26 ° C und das Meerwasser 22° C. Die heißesten Monate sind Juli und August.
GESCHICHTE
Die Ionen, die in Griechenland vor der Besetzung der Dorer flüchteten und an ägäischen Küsten landeten und hier auch Smyrna besiedelten, haben auch Foça erbaut. Die antike Stadt Foça ist eine der 12 Städte der ionischen Union und befandt sich in Aiolis Gebiet. Die antike Stadt bekam ihren Name Phokaia von den Seehunden und hatte damals einen wichtigen Hafen und eine Flote. Foça hatte mit seinen Seestreitkräften in Korsika und im östlichen Spanien die Städte Alain, Pastum, Velia und Marseille gegründet. Foca wurde von den Persern, von Alexander der Großen, den Genuesen und den Osmanen beherrscht.
Ab 7. Jh. n. Chr. hatte sich die Stadt sehr schnell entwickelt. Laut dem "Vater der Geschichte" Heredot hatte sie eine große Seemacht. Die Phokaiaer, die Schiffe mit 50 Rudern und 500 Passagieren hatten, waren die erste Hellenen, die lange Seereisen unternahmen. Sie haben die Adria Etruria, Iberien und Tarsessos der hellenistischen Welt bekannt gemacht.

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